Arbeitsmarktbericht Kanton Zürich

August 2026
Arbeitslosigkeit nach Bezirk und offene Stellen nach Branche

Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich lag im August 2026 bei 2,9 Prozent, höher als ein Jahr zuvor (+0,4 Prozentpunkte).

Kanton

Registriert waren 26’043 Arbeitslose, deutlich höher als im Vorjahresmonat (+12,8 %). Die Zahl der Stellensuchenden — sie umfasst neben den Arbeitslosen auch Personen in Zwischenverdienst, Programmen oder gekündigter Stellung — belief sich auf 40’475, deutlich höher als im Vorjahresmonat (+14,3 %).

Im Mittel der zurückliegenden zwölf Monate betrug die Quote 2,85 Prozent gegenüber 2,44 Prozent in den zwölf Monaten davor (+0,4 Prozentpunkte).

Die verfügbare Reihe reicht bis Januar 2020 zurück. In diesen 80 Monaten bewegte sich die Quote zwischen 1,6 und 3,6 Prozent; der aktuelle Wert liegt damit im oberen Drittel dieser Spannweite.

Gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat steigt die Quote damit den 37. Monat in Folge.

Bezirke

Zwischen den zwölf Bezirken liegen 2,2 Prozentpunkte. Am höchsten ist die Quote im Bezirk Horgen mit 3,8 Prozent, am tiefsten im Bezirk Hinwil mit 1,6 Prozent. Der Kantonswert von 2,9 Prozent ist ein gewichteter Durchschnitt und wird von den bevölkerungsstarken Bezirken bestimmt.

Die stärkste Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen die Bezirken Horgen, Dietikon und Bülach mit je +0,5 Prozentpunkte. Insgesamt liegt die Quote in 11 von 12 Bezirken über dem Vorjahreswert.

Im Bezirk Hinwil ist die Zahl der Arbeitslosen um 76 gesunken, jene der Stellensuchenden aber um 135 gestiegen. Die Zahl der Personen, die gemeldet sind, aber nicht als arbeitslos gelten — Zwischenverdienst, Programme, gekündigte Stellung — nahm dort von 725 auf 936 zu. Der Rückgang der Quote beruht damit überwiegend auf einer Verschiebung zwischen den Kategorien und nicht auf einer geringeren Zahl Arbeitsuchender.

Offene Stellen

Offene Stellen und Arbeitslosigkeit hängen systematisch zusammen. Bewegen sie sich gegenläufig, folgt der Arbeitsmarkt der Konjunktur: Mehr offene Stellen bei weniger Arbeitslosen bedeuten Anspannung, weniger offene Stellen bei mehr Arbeitslosen Entspannung. Bewegen sich beide in dieselbe Richtung, verschiebt sich der Zusammenhang selbst. Steigen beide, gibt es gleichzeitig mehr Stellen und mehr Arbeitslose, die nicht zueinander finden — ein Hinweis auf Mismatch zwischen gesuchten und angebotenen Qualifikationen. Sinken beide, gelingt die Vermittlung mit weniger offenen Stellen; das kann auf bessere Vermittlung hindeuten, aber auch auf ein schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial oder auf weniger gemeldete Stellen.

Diese Deutung setzt voraus, dass die gemeldeten Stellen die Arbeitsnachfrage abbilden, und das tun sie nur teilweise. Erfasst wird, was den Arbeitsvermittlungszentren gemeldet wird; massgebend ist die Stellenmeldepflicht, deren Berufsliste jährlich angepasst wird. Änderungen dieser Liste verschieben die Reihe, ohne dass sich der Arbeitsmarkt verändert hätte. Die folgenden Aussagen beschreiben deshalb die gemeldeten Stellen, nicht den gesamten Stellenmarkt.

Bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren waren 7’172 offene Stellen gemeldet, markant höher als im Vorjahresmonat (+23,1 %). Auf hundert Arbeitslose kamen damit 27,5 gemeldete offene Stellen gegenüber 25,2 im Vorjahresmonat. Dieses Verhältnis ist der gebräuchlichste Indikator für die Anspannung am Arbeitsmarkt: Es sagt mehr über die Knappheit an Arbeitskräften aus als jede der beiden Reihen für sich.

Offene Stellen und Arbeitslosigkeit sind gleichzeitig gestiegen. Das deutet nicht auf Konjunktur hin, sondern auf einen Mismatch: Es gibt mehr Stellen und mehr Arbeitslose, aber sie finden schlechter zueinander.

Am stärksten zugenommen haben die offenen Stellen in diesen Branchen: Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften (+685); Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau (+382); Gastronomie (+288). Am stärksten zurückgegangen sind sie in: Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien (-91); Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g. (-60); Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung (-43).

Kennzahlen

Bezirk Quote August 2025 Quote August 2026 Veränderung in Pp. Arbeitslose August 2026
Bezirk Horgen 3,3 3,8 +0,5 2’751
Bezirk Dietikon 3,2 3,7 +0,5 1’913
Bezirk Zürich 2,9 3,3 +0,4 8’360
Bezirk Bülach 2,7 3,2 +0,5 2’976
Bezirk Dielsdorf 2,3 2,7 +0,4 1’422
Bezirk Uster 2,3 2,7 +0,4 2’057
Bezirk Winterthur 2,3 2,7 +0,4 2’603
Bezirk Affoltern 2,3 2,6 +0,3 810
Bezirk Meilen 2,1 2,2 +0,1 1’251
Bezirk Pfäffikon 2,0 2,2 +0,2 726
Bezirk Andelfingen 1,5 1,8 +0,3 307
Bezirk Hinwil 1,8 1,6 −0,2 867

Arbeitslose sind die bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum registrierten, nicht erwerbstätigen und sofort vermittelbaren Personen. Diese Quote ist nicht zu verwechseln mit der Erwerbslosenquote des Bundesamts für Statistik, die der internationalen Definition folgt und regelmässig höher liegt. Der Kantonswert wird hier aus den Bezirken gewichtet errechnet und kann geringfügig von der publizierten Zahl abweichen, weil einzelne Fälle keinem Bezirk zugeordnet sind. Die Erwerbspersonen je Bezirk sind nicht ausgewiesen und aus Bestand und Quote zurückgerechnet. Offene Stellen umfassen nur die den Arbeitsvermittlungszentren gemeldeten Stellen, nicht den gesamten Stellenmarkt; ihr Umfang hängt von der Stellenmeldepflicht und deren jährlich angepasster Berufsliste ab. Ein vollständiges Bild der Arbeitsnachfrage erforderte zusätzlich die Auswertung der öffentlich ausgeschriebenen Stellen. Datenstand: August 2026. Quellen: Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich, Open Government Data; SECO, AMSTAT. Dieser Bericht wurde vollständig automatisch erzeugt; sämtliche Formulierungen folgen festgelegten Regeln.